Versorgungssicherheit

{ GRI EU10, EU4, EU28, EU29} }

Alperia ist sich der großen Verantwortung bewusst, eine sichere und moderne Energieversorgung zu ga­rantieren. Dafür überwachen wir unsere Anlagen und führen kontinuierliche Instandhaltungs- und Moder­nisierungsmaßnahmen durch. Eine gute Anlagenfüh­rung trägt dazu bei, Störungen zu reduzieren und die Widerstandsfähigkeit der Anlagen zu erhöhen.

Versorgung mit grüner Energie 

In Südtirol stammen mehr als 90 % des im Land produzierten Stroms aus Wasserkraft. Alperia betreibt 34 Wasserkraftwerke und gewährleistet so eine nachhaltige Energieversorgung für Südtirol. Die von Alperia derzeit mit Südtiroler Wasserkraft produzierte Strommenge liegt sogar über dem jährlichen Strom­verbrauch der Provinz. Der Stromverbrauch in Südtirol liegt durchschnittlich bei rund 3 TWh pro Jahr. 2018 produzierte Alperia rund 4 TWh Energie aus Was­serkraft, mit einer Steigerung von 18 % gegenüber 2017. Darüber hinaus erzeugte Alperia 21 GWh mit Photovoltaikanlagen, 53 GWh durch Kraftwämekopp­lung und 221 GWh durch Biomasse (21 % weniger als 2017 infolge der Störung des Biopower-Kraftwerks in Sardinien). Angesichts des zunehmenden Stromver­brauchs (von TERNA erhobene Daten 2008–2017) und davon ausgehend, dass das durchschnittliche Produk­tionsvolumen im Lauf der Zeit keinen signifikanten Schwankungen unterworfen ist, kann die Stromer­zeugung aus Alperia-Kraftwerken den Strombedarf in Südtirol bis 2050 decken kann.

1 Die produzierte Energie beinhaltet 100 % der produzierten Energie aus unseren konsolidierten Kraftwerken (34 Wasserkraftwerke, 5 Fernheizwerke, 9 Photovoltaikanlagen und eine Biomasseanlage)

Ein sicheres Verteilnetz

Alperia betreibt über die Tochtergesellschaft Edyna einen Großteil des Stromnetzes in Südtirol sowie ein 113 km langes Erdgasnetz in vier Gemeinden, darunter Meran und Teile von Algund, Marling und Tirol.

94%

der produzierten Nettoenergieerzeugung stammt aus erneuerbaren Energiequellen

8.628

km Gesamtlänge des Stromnetzes, davon 70% unterirdisch verlegt

2,6

Strom werden in Südtirol verteilt

98

Gemeinden von insgesamt 116 Gemeinden werden versorgt

232.207

Kunden sind an das Alperia-Stromnetz angebunden

Niederspannungsnetz5.100 kmdavon 77,3% unterirdisch verlegt
Mittelspannungsnetz3.304 kmdavon 62,6% unterirdisch verlegt
Hochspannungsnetz155 kmdavon 8,5% unterirdisch verlegt
Hochspannung Transmission70 kmdavon 5,8% unterirdisch verlegt
Primärkabinen HV/MV36
Sekundärkabinen MV/NV4.112
Verteilerkabinen MV48

Heute werden auch die Abnehmer immer öfter selbst zu Stromerzeugern. Eine Entwicklung, aufgrund derer der Verteiler, in diesem Fall Edyna, zunehmend leistungsstärkere und effizientere Netze errichten muss. Dieses Ziel wird nicht nur durch Investitionen in Infrastrukturen, sondern auch in die Forschung und Entwicklung intelligenter Netze oder „Smart Grids“ erreicht. Mit den „Smart Grids“ sind Erzeugung, Spei¬cherung, Netzbetreibung und Verbrauchsmanagement Teil eines einzigen Systems, sodass die Stromlieferung eine höhere Effizienz erzielt. Alperia arbeitet an dieser neuen Technologie und trägt dazu bei, die Zukunft der Energie mitzugestalten. Ein Auszug dieser Projekte ist im Kapitel „Innovation“ nachzulesen.

Überwachung und Verantwortung 

Mit einer zentralen Netzstelle in Bozen überwacht Edyna die Strom- und Gasnetze rund um die Uhr und gewährleistet damit eine sichere und qualitativ hochwertige Verteilung. Edyna betreibt diese Netze und greift bei Störungen mit einem rund um die Uhr verfügbaren Bereitschaftsdienst ein: Zweisprachiges Personal nimmt telefonische Meldungen entgegen, und Experten beheben umgehend etwaige Störungen. Alle ungeplanten Unterbrechungen im Verteilernetz werden in der Netzstelle registriert und bei monatli­chen Besprechungen analysiert. Dabei kommen die vier Zonenleiter (Zone Ost, Zone West, Zone Zentrum, Zone Süd) sowie die Verantwortlichen des techni­schen Bereichs und für den Netzbetrieb zusammen, um zunächst die sogenannten Worst Lines, d. h. die Leitungen mit den häufigsten Problemen, und die Ursachen für die Unterbrechungen zu identifizieren. Im Jahr 2018 wurden pro Kunde 1,72 Versorgungsun­terbrechungen verzeichnet, mit einer SAIFI-Erhöhung (Frequency of interruptions per customer) von 2 % gegenüber 2017, mit einer Dauer von 27,36 Minuten mit einer SAIDI-Erhöhung (Power outage duration per customer) von 32 %. Der SAIDI-Wert liegt rund 8 Minuten über dem 2017 festgestellten Wert, was auf eine Störung eines Transformators zurückzuführen ist, die zwei Umspannwerke betraf. Dieselbe Störung verursachte auch einen leichten Anstieg des SAIFI-Wer­ts. Mit einer bedachten Planung des Verteilnetzes, einer Erweiterung der ferngesteuerten Anlagen, der Optimierung des Bereitschaftsdienstes und zukünftiger Software-Investitionen können die SAIDI-SAIFI-Indika­toren aufrechterhalten und auch verbessert werden, was für die Kunden eine verbessere Kontinuität der Stromversorgung bedeutet.

Um ineffizienten Betrieb einzuschränken, wurden 2018 die folgenden Maßnahmen getroffen:

  • Die Qualität des Verteildienstes wurde verbessert und die Netzinfrastrukturen wurden optimiert, um diese stabiler und widerstandsfähiger zu machen.

  • Die Fernüberwachung von 53 bereits in Betrieb befindlichen und neu gebauten Trafostationen wurde eingeleitet.

  • Vom Hubschrauber aus wurden 50 Freileitungen inspiziert, und es erfolgten 32 Baumschnitte unterhalb von Leitungen, um Beschädigungen des Netzes zu vermeiden.

Darüber hinaus arbeitet Edyna daran, möglichst viele Stromleitungen unterirdisch zu verlegen. Gegen­wärtig verlaufen 70 % unseres gesamten Netzes unterirdisch. Die unterirdische Verlegung reduziert die Umwelt- und Landschaftsbelastung, verbessert die Widerstandsfähigkeit des Netzes auch bei extremen Witterungsverhältnissen und erhöht die Versorgungs­qualität für die Bürger.

Überschwemmungen und Strommasten

Ende Oktober 2018 war in ganz Norditalien eine heftige Schlechtwetterphase, von der auch Südtirol betroffen war. Trotz starker Windböen und Gewitter waren bei Alperia weder Unfälle bei den Mitarbei¬tern noch schwere Schäden an den Anlagen zu verzeichnen. Die festgestellten Probleme betrafen:

  • die Beschädigung verschiedener Strommasten der Hochspannungsleitung; 

  • Probleme bei der Telefonverbindung und den Funkbrücken der Kraftwerke im Ultental;

  • verschiedene Probleme im Eisacktal, im Pustertal, in Gröden, im Sarntal und den Seitentälern sowohl aufgrund der Wassermengen als auch aufgrund der enormen, vom Wasser mitgeführten Materialmengen. Zahlreiche Laufwasserkraftwerke waren wegen der Verstopfung von Gittern und aufgrund von überquellenden Kanalisationen durch den hohen Wasserstand in den Flüssen vorübergehend außer Betrieb und/oder eingeschränkt.

Insgesamt blieben 50.000 Abnehmer in 33 Gemeinden isoliert. Alperia managte den Notfall unverzüglich mit 200 Mitarbeitern und Drittunternehmen, die Ersatzstromaggregate lieferten. Innerhalb von 24 Stunden wurde die Versorgung von 16.000 Anschlüssen wiederhergestellt, und an den folgenden Tagen wurden auch die anderen Anschlüsse wieder in Betrieb genommen, von denen 4000 ernsthaftere Schäden erlitten hatten. Die Stauanlagen wurden sowohl von Alperia Greenpower als auch vom Zivilschutz stets unter Kontrolle gehalten.

Fernwärme: nachhaltige Wärme 

Über die Tochtergesellschaft Alperia Ecoplus betreibt Alperia fünf Fernheizwerke in Südtirol: in Bozen, Meran (wo die Errichtung eines neuen Biomassewerks geplant wurde), Sexten, Klausen und Latzfons. Die mit Fernwärme erzeugte Energie ist die umweltfreund­lichste, die es zurzeit gibt, und ermöglicht den Ersatz zahlreicher gas- und heizölbefeuerter Kessel, die weniger sicher und viel umweltschädlicher sind, durch ein einziges kontrolliertes, effizientes und nachhalti­ges System. Vom Fernheizwerk gelangt die Wärme direkt in die Wohnungen der Kunden über ein unterirdisches Netz, wodurch jedes Jahr mehrere Tausend Tonnen CO2 eingespart werden.
Die Kraftwerke arbeiten mit Biomasse, mit Abwärme aus Industrieprozessen, mit Wärme aus der Müllver­wertungsanlage Bozen, die im Fernheizwerk der Stadt genutzt wird. Bei Bedarfsspitzen oder bei einer Störung des Biomassekessels verfügen die Fern­heizwerke auch über mit Erdgas betriebene Heizkessel oder Kraftwärmekopplung (Anlagen zur gleichzeitigen Produktion von Strom und Wärme, die eine extrem hohe Energieeffizienz gewährleisten). Auf diese Weise ist die Versorgung mit Wärme jederzeit sicher und garantiert.
Gegenwärtig versorgen rund 2.158 Wärmetauscher mehrere Tausend Südtiroler Familien. Ziel ist der Ausbau dieses Netzes. Dafür wurden 2018 wichtige Investitionen weitergeführt:

  • Bozen: Mit einer Investition von 3 Mio. Euro wurden im Jahr 2018 neue Anschlüsse mit 30 neuen Wärme­tauschern installiert. Die Arbeiten beginnen 2019 und betreffen ein erstes Baulos in der Drususallee (im Bereich der Kreuzung Genuastraße-Alessand­riastraße am Radweg entlang dem rechten Ufer der Eisack bis zum Stadion und einem Teil der Rovi­gostraße) und ein zweites Baulos in der Europaal­lee, der Sorrentstraße, der Drususalle, der Amalfist­raße, der Roenstraße, der Gaismairstraße und dem restlichen Teil der Rovigostraße. Die Erweiterungs­arbeiten werden bis Herbst 2020 fertiggestellt sein. Die Gebäude im betreffenden Gebiet können so an das Netz angebunden werden und von der von Alperia gelieferten nachhaltigen Wärme profitie­ren. Die Erweiterung ermöglicht die zusätzliche Reduzierung des Verbrauchs aus fossilen Energie­quellen und der CO2-Emissionen in der Südtiroler Hauptstadt gemäß dem Klimaplan der Gemeinde Bozen. Seit 2018 haben Haushalte, die Fernwärme nutzen, außerdem Anspruch auf ein Mehrwertsteu­erguthaben von 10 %.

  • Meran: Alperia Ecoplus versorgt über das beste­hende Fernwärmenetz in Meran und Algund 450 Unterstationen mit nachhaltiger Wärme (mehr als 5.500 Haushalte und rund 500 weitere Anschlüsse, darunter Unternehmen, Schulen und Büros). Mit diesem System kann jedes Jahr die Emission von 8.000 t CO2 vermieden werden, was ungefähr der CO2-Aufnahme einer 5 qkm großen Waldfläche bzw. einem Fünftel der Fläche der Gemeinde Meran ent­spricht. 2018 wurde das Netz zusätzlich ausgebaut, und die Arbeiten werden auch 2019 weitergeführt. Die Wärme wird umweltfreundlich in verschiedenen Kraftwerken vorwiegend mit Kraftwärmekopplung erzeugt. Dabei handelt es sich um Anlagen, die gleichzeitig Wärme und Strom erzeugen und somit eine hohe Energieeffizienz garantieren. Zudem wird die Abwärme der Industrie genutzt, d. h. die Wär­me, die als Nebenerzeugnis in Industrieprozessen anfällt und andernfalls ungenutzt in die Umgebung abgegeben würde. 2018 arbeiteten wir auch an der Planung einer neuen Biomasseanlage in Meran, die 2019 gebaut wird, um eine noch nachhaltigere und zuverlässigere Wärmeversorgung zu gewährleisten.

Ausbauplan des Fernwärmenetzes in Bozen

Der Erweiterungsplan des Fernwärmenetzes in der Landeshauptstadt. Die Anfang 2019 bestehenden Abschnitte sind rot markiert; In orange die in den nächsten Jahren geplanten Abschnitte.

Strategisches Ziel: Wir wollen eine sichere und effiziente Energieversorgung gewährleisten.

Operative ZieleUmgesetzte Maßnahmen im Jahr 2018Geplante Maßnahmen im Jahr 2018ZeitplanKPIZielwertStatusWert Jahr 2018

400 Millionen Euro an Investitionen in 5 Jahren im Kerngeschäft
Kurzbeschreibung der HauptinvestitionenInvestitionen in Maßnahmen zur Verbesserung der Anlagenleistung hinsichtlich Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz2017-2021Investitionen (EUR)400 Mioongoing84 Mio
Bau eines Kleinwasserkraftwerks zur Nutzung der Restwassermenge Laas (Rosimbach) zur Steigerung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Inbetriebnahme im Juli 2018.Bau eines Kleinwasserkraftwerks zur Nutzung der Restwassermenge in Töll und zur Steigerung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.2018-2020--ongoing

Ausbau des Fernwärmenetzes in Bozen
  • Ausbau der Anschlüsse und des Verteilernetzes (60 neue Wärmetäuscher)
  • Reduzierung des Wärmepreises in Bozen (Senkung der Gebühren)
Ausweitung der Anschlüsse und des Netzes2017-2021Anzahl Wärmetäuscher (Bozen)-ongoing229 (Bolzano)
2158 (Alto Adige)

Reduktion von Stromausfällen und Stromausfallzeiten
Verbesserung der Servicequalität Modernisierung der Netzinfrastruktur zur Erhöhung der NetzstabilitätVerbesserung der Servicequalität Modernisierung der Netzinfrastruktur zur Erhöhung der Netzstabilität2019Hohe Konzentration SAIDI (Minuten)28ongoing15,09
Fernsteuerung von 53 neuen / bereits in Betrieb genommenen OrtsnetzstationenFernsteuerung von 53 neuen / bereits in Betrieb genommenen Ortsnetzstationen2019Mittlere Konzentration SAIDI (Minuten)45ongoing20,85
Gradueller Wechsel von isoliertem auf kompensiertem Sternpunkt mittels Petersonsspule: UW Kardaun und UW Kohlern im Jahr 2018Gradueller Wechsel von isoliertem auf kompensiertem Sternpunkt mittels Petersonsspule2019Niedrige Konzentration SAIDI (Minuten)68ongoing42,79
Programm für Freileitungsinspektion (44 in 2018) und Baumschnitt (28 in 2018)Programm für Freileitungsinspektion und Baumschnitt2019Hohe Konzentration SAIFI (Anzahl Unterbrechungen pro Kunden)1,2ongoing0,66
Austausch von Freileitungsabschnitten mit unterirdischer Kabelleitung und Realisierung von neuen HS- und MS-VerbindungenAustausch von Freileitungsabschnitten mit unterirdischer Kabelleitung und Realisierung von neuen HS- und MS-Verbindungen2019Mittlere Konzentration SAIFI (Anzahl Unterbrechungen pro Kunden)2,25ongoing1,25
Realisierung neuer Netzautomation zur Verbesserung der Selektivität bei Ausfällen. Installation von 5 Schutzschaltern in den Ortsnetzstationen der kritischen StromleitungenRealisierung neuer Netzautomation zur Verbesserung der Selektivität bei Ausfällen2019Niedrige Konzentration SAIFI (Anzahl Unterbrechungen pro Kunden)4,3in corso2,98