Ökonomische Entwicklung

{ GRI 201-1, 203-1, 302.4, 203.1, 102.12 }

Laut Strategieplan 2017–2021 strebt Alperia ein nach­haltiges Wirtschaftswachstum an, das durch eine mo­derate Verschuldung, einen stabilen Wert der Gruppe und die Generation eines Cashflows geprägt ist, der wichtige Investitionen und die jährliche Ausschüttung von Dividenden an die Gesellschafter ermöglicht. Wir diversifizieren die Tätigkeiten sowohl auf wirt­schaftlicher als auch geografischer Ebene, sodass die Finanzergebnisse immer weniger durch das Risiko der Preisschwankungen und das Produktionsrisiko gefähr­det sind, welche den Energiemarkt der Wasserkraft prägen. Durch eine derartige Ausrichtung lassen sich stabilere und weniger volatile Ergebnisse erzielen und eine bedeutende mittel- und langfristige finanzielle Wertschöpfung für Südtirol generieren. Hinzu kommen die indirekten Auswirkungen durch die im Strategieplan für die nächsten Jahre vorgesehenen Investitionen, die der Entwicklung von Infrastrukturen und der Smart Region gewidmet sind und mit denen Alperia einen bedeutenden Beitrag zur Schaffung eines innovativen und digitalen Südtirols leistet. Die Maßnahmen zum Er­reichen der Ziele des Strategieplans 2017–2021 sind mit den entsprechenden Aktualisierungen auf der Website www.alperiagroup.eu im Bereich News verfügbar.

Der wirtschaftlicher Mehrwert 

Der von Alperia 2018 erwirtschafte Ertrag betrug rund 1,3 Mrd. Euro und ist im Vergleich zum Vorjahr infolge des Anstiegs der Energiekosten erheblich gestiegen (+148,7 Mio. Euro). Davon wird der größte Teil in Höhe von über 1 Mrd. Euro für Betriebskosten eingesetzt (rund 90 % zum Erwerb von Energie für den Handel). Dies entspricht in etwa den Zahlen von 2017. Wie im Vorjahr wurde ein bedeutender Anteil – mehr als 222 Mio. Euro – wirtschaftlicher Mehrwert für Südtirol generiert. Fast 77 Mio. Euro davon wurden in Form von Steuern, Um­weltgeldern, Konzessionsgebühren und kostenlos dem Land gelieferten Strom an öffentliche Körperschaften gezahlt, 66 Mio. Euro wurden als Gehälter und Sozial­leistungen für die Mitarbeiter bezahlt, 1,7 Mio. flossen in Form von Sponsoring und Spenden ins lokale Territorium ein (weitere Informationen zum Sponsoring sind im Kapitel „Transparentes Marketing und Kommunikation“ zu finden). An die Eigentümer wurden Dividenden in Höhe von 24 Mio. ausgeschüttet, fast 3 Mio. mehr als im Vorjahr. An Südtiroler Unternehmen wurden schließlich Aufträge für 53 Mio. Euro vergeben. Von diesem Wert profitiert indirekt das gesamte Territorium, ohne zu vergessen, dass die politischen Einrichtungen mit den abgeführten Steuern und Abgaben sowie den Dividen­den zahlreiche öffentliche Leistungen zum Vorteil der Bevölkerung finanzieren können.

Ökonomische

Investitionen in Infrastrukturen 

Wir sind bestrebt, eine sichere und zuverlässige Energieversorgung zu garantieren. Dafür haben wir Investitionen von 400 Mio. Euro in fünf Jahren in unser Kerngeschäft geplant, um die Leistungen der Anlagen in Bezug auf Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz zu verbessern. 2018 haben wir mehr als 84 Mio. Euro investiert, zu denen 132 Mio. Euro kommen, die wir in den ersten zwei Tätigkeitsjahren investierten. 43 % flossen davon in die Verteilnetze, 31 % in die Produktion, 9 % in die Smart Region, 8 % in die Fernwärme und die restlichen 9 % in IT-, Facility-, Supply- und Trading-Infrastrukturen sowie sonstige Bereiche. Diese Investitionen tätigt Alperia, um die In­frastruktur zu modernisieren, stabiler zu gestalten und deren Widerstandsfähigkeit zu verbessern, damit die Netze auch bei Störungen unterschiedlicher Art oder in Notfällen weiter in Betrieb bleiben können. Unter die Investitionen in Infrastrukturen fallen auch diejenigen, die notwendig sind, um aus Südtirol eine fortschritt­liche Smart Region zu machen. In diesen Bereich fällt insbesondere der Ausbau des Ultrabreitbands und die Einrichtung eines Netzwerks für den Zugriff auf das Internet der Dinge.

Investitionen in die Smart Region  

Alperia will aktiv dazu beitragen aus Südtirol eine fortschrittliche Smart Region zu machen. Dafür richtete das Unternehmen die Business Unit Smart Region ein, die sich eigens mit der Durchführung aller Energy-Tran­sition-Vorschläge beschäftigt. Smart Region bedeutet, das Territorium zu digitalisieren, die Mobilität zu elektrifizieren und den Energieverbrauch effizient zu reduzieren, um eine zunehmend nachhaltige Entwicklung in unserer Region zu garantieren. Erreicht wird dieses Ziel mittels einer integrierten Infrastruktur, die öffentliche Beleuchtung, Glasfaser, elektrische Ladestationen, Videoüberwachung und IoT-Sensoren umfasst. All diese Infrastrukturen tragen dazu bei, die Sicherheitsstandards zu potenzieren, und gewährleis­ten eine erhöhte Effizienz beim Energieverbrauch.

Gemäß der Aktualisierung des Strategieplans 2017– 2021 der Alperia Gruppe sind Investitionen in die neue Business Unit Smart Region in Höhe von mehr als 87 Mio. Euro sowie Investitionen in weitere inno­vative Projekte und die Digitalisierung von Assets und Prozessen in Höhe von 18 Mio. Euro vorgesehen.

Die BU Smart Region arbeitet in drei Bereichen: Telekommunikation, E-Mobility und Steigerung der Energieeffizienz. 2018 investierten wir fast 8 Mio. Euro in diesen Bereich: 2,1 Mio. Euro in Alperia Bartucci, 4,6 Mio. Euro in Alperia Fiber und rund 1 Mio. in Alperia Smart Mobility. Insbesondere schlossen wir unsere ers­ten Anlangen (46 Anlagen von Greenpower und 140 Anlagen von Edyna) an das Glasfasernetz an, wodurch die Widerstandsfähigkeit der Gruppe und die Systemsi­cherheit erhöht wurden. Das zeigte sich insbesondere zwischen Ende Oktober und Anfang November 2018, als der Kontakt mit den an Glasfaser angeschlossenen Anlagen infolge der starken Regenfälle und des Win­des im Land zu keinem Zeipunkt unterbrochen wurde. Zudem haben wir begonnen, diese Anschlüsse in den Gemeinden Sexten, Klausen und Dorf Tirol zu erwei­tern, mit dem Ziel, rund 3500 Immobilieneinheiten anzubinden.

Investitionen in das Stromnetz

Alperia betreibt über die Tochtergesellschaft Edyna ein Nieder-Mittel- und Hochspannungsnetz. Das Stromnetz erstreckt sich mit den entsprechenden Anlagen und Infrastrukturen über rund 8.628 km. Um flächendeckend ein leistungsstarkes und sicheres Netz zu garantieren, wird jährlich in dessen Ausbau und Mo­dernisierung investiert. Zu den wichtigsten Projekten 2018 gehörten unter anderem: 

  • die Installation von Petersen-Spulen, das sind elektrische Bauteile, welche die Stromversorgungsqualität verbessern, indem sie Unterbrechungen bei Kontakten zwischen Fremdkörpern (z. B. Bäumen) und Freileitungen begrenzen;
  • der Ankauf von Pflanzenöl-Transformatoren, um eine geringere Umweltbelastung zu garantieren;
  • Inspektion, Baumschnitt, Austausch von Freileitungen durch unterirdisch verlaufende Kabel und Herstellung von neuen Hoch- und Mittelspannungsanschlüssen: Edyna inspiziert jedes Jahr die Mittel- und Hochspannungsfreileitungen. Zuletzt wurde die Inspektion im November 2018 durchgeführt. Hierzu wurde das Gebiet drei Wochen lang mit einem Hubschrauber kontrolliert, um etwaige Probleme festzustellen. Die Kontrolle betraf 1.421 km Freileitungsnetze.

Investitionen in die Fernwärme

2018 beliefen sich die Investitionen im Bereich Fernwärme auf 6,9 Mio. Euro und betrafen die Erweiterung des Fernwärmenetzes in Meran sowie den Ausbau des Fernwärmenetzes in Bozen mit der Fertigstellung des Anschlusses für das Krankenhaus. In Meran wird zudem ein neues Biomasse-Fernheizwerk gebaut: 2018 wurden die Arbeiten geplant, die 2019 beginnen werden und eine Fläche von 13.000 qm betreffen. Insgesamt werden rund 2.158 Wärmetauscher mehrere Tausend Südtiroler Familien versorgen.

Investitionen in die Wasserkraft

Im Bereich der Energieproduktion aus Südtiroler Wasserkraft lagen die Investitionen 2018 bei fast 26 Mio. Euro., d. h. 9 Mio. mehr als 2017. Wasserkraft gilt als eine der bedeutendsten erneuerbaren Energiequellen und eignet sich aufgrund der gebirgigen Landschafft vor allem in Südtirol optimal zur Stromerzeugung. Um diese bedeutende Ressource noch effizienter zu nutzen und den Anteil an erneuerbarer Energie zu steigern, investiert Alperia insbesondere in die Erneuerung und Modernisierung bestehender Anlagen.
Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Sicherheit am Arbeitsplatz und den Betrieb der Kraftwerke zu verbessern. Zu den wichtigsten Maßnahmen, die im Jahr 2018 durchgeführt wurden, zählen:

  • die Modernisierung des Wasserkraftwerks in St. Pankraz im Ultental: Die Arbeiten umfassten vorwiegend den Austsausch der Maschinengruppen (Turbine und Generator), der elektromechanischen Geräte und des Maschinentransformators. Sie wurden im April 2018 mit einer Investition von rund 12 Mio. Euro fertiggestellt;
  • die Modernisierung des Wasserkraftwerks in St. Walburg im Ultental: Die Arbeiten, die im Oktober 2018 begannen, werden im April 2019 abgeschlossen und betreffen den Auszsusch der Maschinengruppen (Turbine und Generator), der elektromechanischen Geräte und der Maschinentransformatoren;
  • die Fertigstellung der Fischtreppe an der Talfer beim Wasserkraftwerk Sarntal;
  • die vorläufige Planung der Fischtreppe an der Etsch in Laas;
  • die Rückbau der nicht mehr genutzten Wasserfassungen mit Renaturierungsmaßnahmen: Die Arbeiten betreffen die Wasserkraftwerke in St. Walburg (Wasserfassung Schmalzbüchelbach), Mühlen (Wasserfassungen Hopfgartenbach und Kaserbach), Sarntal (Wasserfassung Hillerbach), Waidbruck (Wasserfassung Rio Bremè), Brixen (Wasserfassung Valserbach) und Laas (Pumpstationen Foltin am Laaser Bach und St. Johann an der Plima);
  • die Entfernung der Sedimente im Stausee Pfitsch, einem Areal, das das Biotop Riedenau umfasst, ein Gebiet von hohem naturkundlichen Wert;
  • der Bau eines Mini-Wasserkraftwerks zur Nutzung der Restwassermenge in Laas am Rosimbach, um die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen auszubauen: Das Restwasserkraftwer wurde im Juli 2018 in Betrieb genommen;
  • die Umstellung der Kühlanlagen von Anlagen mit offenem Kreislauf auf Anlagen mit geschlossenem Kreislauf im Wasserkraftwerk Glurns, um die Kontaminationsgefahr durch wiedergewonnenes Wasser aus einer Kühlung mit offenem Kreislauf zu reduzieren. Die Umstellung wurde als notwendig erachtet, denn in offenen Kreisläufen ist die Kontaminationsgefahr durch Wasser, das den Gewässern wieder zugeführt wird, höher, da das Kühlwasser kontinuierlich entnommen wird und es zu einem Ölverlust kommen könnte. In Systemen mit geschlossenem Kreislauf wird das Kühlwasser, nachdem es seine Aufgabe zur Abführung der Wärme erfüllt hat, nicht direkt dem Gewässer zugeführt, sondern verbleibt n einem Kühlkreislauf.

Soziale Verantwortung

Alperia stellt jedes Jahr ein Budget von 100.000 Euro für wohltätige Zwecke zur Verfügung. Der Vorstand entscheidet zweimal im Jahr, an wen diese Spenden fließen. Dazu kommen die Spenden der Alperia Mitarbeiter in der Weihnachtszeit durch ihren Verzicht auf Geschenke vom Unternehmen, die so einen Betrag in Höhe von insgesamt 25.000 Euro an Südtiroler Verbände und Organisationen spenden. 2018 hatten die Mitarbeiter die Möglichkeit vorzu­schlagen, an wen die Spenden gehen sollten. Aus den zahlreichen eingegangenen Vorschlägen wählte die Direktion die folgenden Vereine:

Kinderherz – Cuore di Bimbo: ein Verein, der Familien von an Herzkrankheiten leidenden Kindern unter­stützt und diesen Hilfe, Antworten, Informationen und Unterstützung bietet, ihnen aber vor allem Mut und Hoffnung schenkt.

Il Sorriso – Das Lächeln: ein Verein, der Eltern und Freunden von Menschen mit Down-Syndrom hilft und unterstützt.

Südtiroler Gesellschaft für Parkinson und verwand­te Erkrankungen: ein Verein, der die Forschung zu Parkinson und verwandten Erkrankungen unterstützt.

Wünschewagen – Sogni e vai: eine Organisation, die Gesundheitseinrichtungen und Familien dabei hilft, die letzten Wünsche Schwerkranker zu erfüllen.

Seit 2018 stellt Alperia zudem der Autonomen Provinz Bozen die nicht genutzten Dienstwohnungen zur Ver­fügung, in denen Immigrantenfamilien untergebracht werden. Das Management der Wohnungen erfolgt durch das Rote Kreuz. Gegenwärtig leben vier Familien in solchen Wohnungen.

Strategisches Ziel: Wir wollen für Südtirol in vielen Bereichen einen Mehrwert schaffen, unter anderem in Form von Arbeitsplätzen, lokalen Steuern und sozialem Engagement.

Operative ZieleUmgesetzte Maßnahmen im Jahr 2018Geplante Maßnahmen im Jahr 2018ZeitplanKPIZielwertStatusWert Jahr 2018

1,2 Milliarden Mehrwert für Südtirol in 5 Jahren
Schaffung lokaler ökonomischer Wertschöpfung (Einzahlungen an öffentliche Körperschaften wie z.B. Umweltgelder, Vergütung der Mitarbeiter und Benefits, Aufträge an lokale Unternehmen, Sponsoring und Spenden, Dividenden an lokale Gesellschafter)Schaffung lokaler ökonomischer Wert¬schöpfung (Einzahlungen an öffentliche Körperschaften wie z.B. Umweltgelder, Vergütung der Mitarbeiter und Benefits, Aufträge an lokale Unternehmen, Sponsoring und Spenden, Dividenden an lokale Gesellschafter)2017-2021Lokale Ökonomische Wertschöpfung (EUR)1,2 Mrdongoing222 Mio

Evaluierung von Kooperationsmöglichkeiten zur Integration von Migranten in Südtirol.
Treffen mit Sozialvereinen, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit (z.B. Corporate Volunteering, Praktika) auszuloten2019--ongoing

Strategisches Ziel: Wir wollen die Zukunft Südtirols hin zu einer Smart Region aktiv mitgestalten

Operative ZieleUmgesetzte Maßnahmen im Jahr 2018Geplante Maßnahmen im Jahr 2018ZeitplanKPIZielwertStatusWert Jahr 2018

Ausbau des Ultra-Breitbandnetzes und Schaffung eines Netzwerks, welches das Internet der Dinge in Südtirol ermöglicht
Die Bauarbeiten für die FTTH-Zugangsnetze in Sexten, Klausen und Dorf Tirol haben begonnen. Erste 200 BEPs zwischen Dorf Tirol und Klausen aktiviert.Ausbau Glasfaser2017-2021Anzahl der vom Ultra- Breitband erreichten Haushalte3.500ongoing200

Förderung von Kooperationen zum Ausbau einer innovativen und smarten Infrastruktur
  • Start des Projekts Smart Edyna: Laboratorium abgeschlossen
  • Smart Land: Pilotphase für die Entwicklung und den Test von Sensoren und Netzwerken abgeschlossen. Go Live geplant für März 2019
  • Umsetzung Projekt Smart Edyna
  • Pilotprojekt Smart Land
2017-2021--ongoing

Aktive Mitarbeit an Forschungsprojekten zur Entwicklung neuer Smart Grid Lösungen
SMARTNET: Durchführung von echten Tests zur Wirk- und Blindleistungsmodulation der wichtigsten zugelassenen Hersteller.
STORAGE4GRID: reales Szenario dargestellt, um die zukünftige Nachfrage nach Elektro¬mobilität für den privaten und gewerblichen/ industriellen Gebrauch zu bewerten. SMART CITY VIZZE: In der Abschlussphase
Mitarbeit bei den Forschungsprojekten SMARTNET, SMART CITY VIZZE und STORAGE4GRID
2017-2021Anzahl an abgeschlossenen Projekten3ongoing0