Lieferantenmanagement

{ GRI 102-9, 102-10; 204-1;308-1, 308-2; 414-1, 414-2 }

Von der Produktion über den Vertrieb bis zum Verkauf bezieht Alperia seine Materialien, Rohstoffe und Dienstleistungen von mehr als 2.000 Lieferanten im In- und Ausland, was direkte soziale und ökologische Auswir¬kungen zur Folge hat. Die Abteilung Beschaffungswesen von Alperia kümmert sich zentral um den Einkauf für die gesamte Gruppe, mit dem Ziel, möglichst von lokalen Quellen sowie ökologisch und sozial nachhaltig zu beziehen.

2018 haben wir die neuen allgemeinen Vertragsbedin¬gungen und die Bedingungen für Kaufverträge ausge¬arbeitet, in die wir auch die Einhaltung einer Menschen¬rechtsklausel aufgenommen haben. Was die wichtigsten Ausschreibungen betrifft, haben wir begonnen, die Mindestnachhaltigkeitsanforderungen in Verbindung mit dem Produkt zu analysieren. Dies gilt beispielsweise für die Ausschreibungen für den Umzugsdienst und für den neuen Alperia Sitz in Meran mit niedriger Umweltbelas¬tung, der im Einklang mit den jeweiligen Ministerialde¬kreten vorgesehenen Mindestumweltkriterien gebaut werden muss. Insbesondere:

Was den Umzugsdienst betrifft, beziehen sich alle berücksichtigten Bewertungselemente auf die vom Be¬werber getroffenen Maßnahmen, um die Umweltnach haltigkeit zu fördern, vor allem was die Art der genutzten Verpackungen sowie die innovativen Lösungen zur Reduzierung von Menge, Gewicht und Volumen angeht. Berücksichtigt wurden zudem Maßnahmen in Bezug auf Management und Umweltnachhaltigkeit hinsichtlich der für die Arbeiten eingesetzten Transportmittel. Aufgrund dessen werden die meisten Punkte jenen Angeboten zugeteilt, welche den Einsatz von Elektrofahrzeugen, Fahrzeugen der Euroklassen 5 oder 4 vorsehen, während jene mit Fahrzeugen der Euroklasse 3 und solche mit Verbrennungsmotor weniger günstig bewertet werden.
Für den Bau des neuen Sitzes in Meran bei der Planung ein ganzheitlicher Ansatz mit einer sparsamen Verwen¬dung von Umweltressourcen, einem effizienten Energie-management, der Nutzung von umweltverträglichen und ungiftigen Materialien sowie Wertlegung auf Komfort und Reduzierung der Betriebskosten gefordert. Das Ge¬bäude muss so geplant werden, dass die Umwelteigen¬schaften, welche die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen beeinflussen, wie Temperatur, Feuchtig¬keit, Licht und Akustik gemäß dem "Leed-und-Well-Modell" basierend auf folgenden Parametern überwacht werden können: Reduzierung des Energiebedarfs des Gebäudes, Nachhaltigkeit des Lebenszyklus der Materialien, Entwicklung einer nachhaltigen und effizienten Bauweise, Schaffung von Wärmeinseln, Wertlegung auf die gesundheitsfördernden Effekte von natürlicher und künstlicher Beleuchtung, Nutzerkomfort und Beseitigung architektonischer Barrieren. Die Anbieter werden nach diesen Eigenschaften bewertet.

2018 gingen 60 % der erstellten Beschaffungsaufträ­ge an Lieferanten, die in Südtirol ansässig sind. Für Alperia ist es wichtig, die Südtiroler Wirtschaft zu fördern, auch wenn dies angesichts der Unternehmenstätigkeit aufgrund der gesetzlichen Vorgaben und der Notwen­digkeit, die gesetzlichen Bestimmungen in Bezug auf die Vergabe öffentlicher Aufträge einzuhalten, nicht immer möglich ist. Der Anteil der lokal beschafften Produkte und Dienstleistungen beträgt 27 % an den getätigten Gesamt­ausgaben. Insbesondere:Herkunft der Produktlieferanten: 19 % lokal (2018),

  • Herkunft der Produktlieferanten: 19 % lokal (2018), 41 % lokal (2017);
  • Herkunft der Lieferanten von Arbeiten: 36 % lokal (2018), 51 % lokal (2017);
  • Herkunft der Dienstleister: 22 % lokal (2018), 15 % lokal (2017).

Im Allgemeinen blieb die Zahl der Bestellungen gegen­über 2017 unverändert, aber das Gesamtvolumen der Einkäufe änderte sich und stieg von rund 78 Mio. Euro (davon 26,5 Mio. Euro entfallend auf Südtiroler Lieferan­ten) auf rund 197 Mio. Euro im Jahr 2018 (davon mehr als 53 Mio. Euro entfallend auf lokale Lieferanten). Die Wert­schöpfung für lokale Lieferanten erhöhte sich somit in absoluten Werten, auch wenn sie anteilmäßig sank, weil einige große Anschaffungen außerhalb des Landes getätigt wurden, da es sich um Materialien handelte, die nicht in Südtirol gekauft werden konnten.
Sie werden nach finanzieller Relevanz in verschiedene Warenkategorien eingeteilt. Der Großteil des Beschaf­fungsvolumens entfällt auf die Kerngeschäftsfelder der Gruppe. Dabei handelt es sich um Anlagenkomponenten und technisches Zubehör wie Kabel, Transformatoren und Turbinen sowie Rohstoffe wie Erdgas, Holz, Öl, Schmierstoffe und Chemikalien für die Stromproduktion, den Stromvertrieb und die Fernwärme. Büromaterialien stellen einen geringeren Anteil gegenüber dem Gesamt­volumen der Einkäufe dar.

Ein nachhaltiges und verantwortungsvolles Management betrifft für Alperia nicht nur die Betriebsabläufe, sondern auch die externen Prozesse. Alle Lieferanten müssen die Grundsätze des Ethikkodex akzeptieren und fördern, ausgehend von der Wahrung und dem Schutz der Men­schenrechte, der Gesundheit und Sicherheit am Arbeits­platz sowie der Achtung von Umwelt und Nachhaltigkeit. Um sicherzustellen, dass unsere Lieferanten sich an präzise Umwelt- und Sozialstandards halten, setzen wir verschiedene Instrumente ein:

  • Lieferantenverzeichnis: 2017 richtete Alperia ein strukturiertes Lieferantenverzeichnis ein. Um in das Verzeichnis aufgenommen zu werden, müssen die Lieferanten Informationen und Selbstbewertun­gen liefern, einen Fragebogen ausfüllen und die in bestimmten Bereichen wie Sicherheit am Arbeitsplatz durchgeführten Maßnahmen dokumentieren. Das Verzeichnis wird ständig auf den neuesten Stand gebracht. Lieferanten, die sich mit bestimmten Waren­kategorien beschäftigen, für welche eine Qualifika­tion mit dreijähriger Dauer erforderlich ist, müssen nachweisen, dass sie eine spezifische Sozial-/Umwelt­bescheinigung besitzen (z. B. SO 14001, OSHAS 18001, EMAS) oder gleichwertige Maßnahmen umsetzen.
  • Ausschreibungen: Bei Ausschreibungen begann Alperia einen Prozess zur Bewertung der produktspe­zifischen Mindestnachhaltigkeitsanforderungen festzulegen. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass bestimmte Lieferungen durch einen Auswahlprozess nachgewiesen wird, der vollumfänglich auf Nachhal­tigkeitskriterien ausgerichtet ist.

  • Vendor Rating System: Das Vendor Rating System ist ein Instrument, welches die Qualität der Lieferanten garantiert und das Ausfall- und Abhängigkeitsrisiko auf ein Mindestmaß reduziert. Das Instrument wird durch Nachhaltigkeitskriterien ergänzt und ab 2019 vollständig umgesetzt. Gemäß dem System wird die Zusammenarbeit strategisch wichtiger Lieferanten intern auf Grundlage eines Standardfragebogens bewertet, in dem die erbrachten Dienstleistun­gen, die Sicherheitsstandards, das Engagement für Umweltnachhaltigkeit usw. berücksichtigt werden. Die Bewertung wurde 2018 bei einer Stichproben­auswahl eingeleitet, und es wurden keine Probleme festgestellt;
  • Lieferantenaudits: Alperia ist dazu befugt Lieferan­tenaudits durchzuführen, bei dem die erhaltenen Informationen geprüft und Gespräche vor Ort vorge­sehen sind. Im Berichtszeitraum wurden zwei Audits durchgeführt.

Strategisches Ziel: Wir wollen unseren Einkauf sofern möglich lokal, ökologisch und sozial nachhaltig gestalten.

Operative ZieleUmgesetzte Maßnahmen im Jahr 2018Geplante Maßnahmen im Jahr 2018ZeitplanKPIZielwertStatusWert Jahr 2018

100 % der Einkaufsverträge sowie die gruppenweiten allgemeinen Auftragsbedingungen enthalten eine Klausel zur Einhaltung der Menschenrechte
Entwurf der neuen Allgemeinen Vertragsbedingungen und Klauseln zur Einhaltung der Menschenrechte in den EinkaufsverträgenUmsetzung der neuen Allgemeinen Vertragsbedingungen2019Anteil der Einkaufsverträge, welche eine Klausel zur Einhaltung der Menschenrechte beinhalten100%ongoing-

100 % der signifikanten Ausschreibungen enthalten produktbezogene Nachhaltigkeitsmindestanforderungen
  • Definition eines Prozesses zur Berücksichtigung von produktbezogenen Nachhaltigkeitsmindestanforderungen bei den signifikanten Ausschreibungen
  • Einführung der Nachhaltigkeitsmindestanforderungen in Ausschreibungen (z. B. Transportdienst), die von der beantragenden Einheit definiert wurden.
  • Analyse der wesentlichen Warengruppen nach Nachhaltigkeitsaspekten
  • Implementierung eines Prozesses zur Berücksichtigung der von den beantragenden Einheiten definierten produktbezogenen Nachhaltigkeitsmindestanforderungen
  • Einführung von biologisch abbaubaren Gläsern und Glasflaschen
  • Einführung von Nachhaltigkeitsmindestanforderungen für Büround Reinigungsartikel
2019Anteil der signifikanten Ausschreibungen, welche produktbezogene Nachhaltigkeits mindestanforderungen enthalten100%ongoing-

100 % der neuen Lieferanten werden nach bestimmten sozialen und ökologischen Vorgaben evaluiert (z.B Angabe der Arbeitsunfälle)
Alle neuen Lieferanten müssen in das Lieferantenverzeichnis aufgenommen werden und je nach Warenkategorie im Besitz bestimmter Zertifizierungen (z.b SO 14001, OSHAS 18001, EMAS) sein.2019Anteil der neuen Lieferanten, welche nach bestimmten sozialen und ökologischen Vorgaben evaluiert worden sind100%ongoing100%

Das Vendor Rating System enthält Nachhaltigkeitskriterien
Kriterien für ökologische Nachhaltigkeit festgelegtAusweitung der Vendor Rating Systems mit sozialen Nachhaltigkeitskriterien2018Bewertung der sozialen Nachhaltigkeitskriterien.-achieved-