Brief an unsere Stakeholder

{ GRI 102-14 }

Liebe Leserinnen und Leser,

Alperia nimmt eine Entwicklung in Angriff, die das Unternehmen dazu führen wird, ein moderner und innovativer Anbieter von Energiedienstleistungen zu werden. Auf diesem Weg ist Nach­haltigkeit eine fundamentale Säule auf der Ebene der Werte, der Wirtschaft und des Geschäftsbe­triebs.

Unser Ziel ist es, ein solides, modernes, innovatives Unternehmen zu schaffen, das in der Lage ist, langfristig Wert für seine Kunden, für die Gemeinschaft und die Region, in der es tätig ist, zu schöpfen: Südtirol. Diesem Engagement liegen die gegenwärtigen Megatrends zugrunde: vom Klimawechsel bis zur digitalen Innovation. Dabei handelt es sich um Risiken und gleichzeitig Chancen, die sich erheblich auf unser Leben auswirken werden und größtenteils bereits auswirken und Alperia veranlassen, mit seinem Wirken konkret dazu beizutragen, dass die nachhaltigen Ent­wicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals) erreicht werden. Das sind ehrgeizige, aber ausschlaggebende Ziele für ein Unternehmen wie unseres, dessen Zukunft eng mit dem Wohlbefinden der Umwelt und der Gesellschaft zusammenhängt.

“Unser Ziel ist es, ein solides, modernes, innovatives Unter­nehmen zu schaffen, das in der Lage ist, langfristig Wert für seine Kunden, für die Gemeinschaft und die Region, in der es tätig ist, zu schöpfen: Südtirol.”

Mauro Marchi, Aufsichtsratsvorsitzender Alperia AG

Nachhaltigkeit auf dem Weg

2017 veröffentlichten wir unseren ersten Nachhaltigkeitsbericht. Dieses Jahr können wir mit unse­rem zweiten Bericht zeigen, dass wir 77 % der für 2018 vorgesehenen Ziele erreicht und wichtige Fortschritte erzielt haben, um die Nachhaltigkeit strukturiert in unsere Unternehmensstrategie einzubinden und dabei die Grundsätze der wirtschaftlichen Effizienz und der sozialen und ökologi­schen Nachhaltigkeit zu vereinen.

Von Anfang an haben wir unsere Stakeholder eingebunden, um mit ihnen zu verstehen, welche Themen im Bereich Nachhaltigkeit am wichtigsten sind. So haben wir unsere Strategie festge­legt und uns deutliche und messbare Ziele gesetzt. Im Lauf des Jahres 2018 haben wir dieses Engagement verstärkt und Instrumente geschaffen wie das Steering Committee und die Governan­ce-Struktur für CSR. Auf diese Weise sind wir sicher, dass wir bei der Durchführung unseres Nachhal­tigkeitsprogramms noch wirkungsvoller voranschreiten können.

In diesem Bericht führt Alperia die im vergangenen Jahr erzielten Fortschritte und die Erwartungen für die kommenden Jahre auf. Wie geplant haben wir begonnen, den Anteil unseres Umsatzes aus dem Verkauf von nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen zu erhöhen, und Alperia Green Gas auf den Markt gebracht, ein klimaneutrales Gas, das von der renommierten unabhängigen Prüfstelle TÜV NORD zertifiziert ist. Wir haben die Smart Region in Südtirol ausgebaut und uns dabei auf drei Bereiche konzentriert: Telekommunikation, E-Mobility und Steigerung der Energie­effizienz. Wir haben begonnen, die Maßnahmen zu erstellen, die es uns ermöglichen, Treibhausga­se zu reduzieren. Wir haben ein System zur Überwachung des Verbrauchs im Facility Management eingerichtet und eine neue Plattform zur Vermeidung etwaiger Verstöße (Whistleblowing) einge­führt. Dabei haben wir die hohe Zufriedenheit der Kunden aufrechterhalten und das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter Tag für Tag verbessert.

“2018 haben wir 77 % der vor­gesehenen Ziele erreicht und wichtige Fortschritte erzielt, um die Nachhaltigkeit strukturiert in unsere Unternehmensstrategie einzubinden und dabei die Grund­sätze der wirtschaftlichen Effizienz und der sozialen und ökologi­schen Nachhaltigkeit zu vereinen.”

Wolfram Sparber, Vorstandsvorsitzender Alperia AG

Verantwortung für Südtirol

2018 generierte Alperia für Südtirol einen Mehrwert von 222 Mio. Euro, mit dem Ziel, bis 2021 einen Mehrwert von 1,2 Mrd. Euro zu schaffen. Das Territorium, in dem wir tätig sind, ist aus­schlaggebend für unsere Tätigkeit, und das zeigen wir jeden Tag.

Soweit möglich und unter vollständiger Einhaltung der Gleichbehandlungsgrundsätze im Wettbe­werb achten wir in Südtirol besonders auf Professionalität und hervorragende Leistungen. Auch 2018 gingen 60 % der erstellten Beschaffungsaufträge lokale Lieferanten.

Wir setzen die unterirdische Verlegung von Freileitungen fort, damit unsere Tätigkeiten Umwelt und Landschaft möglichst wenig belasten: Gegenwärtig verlaufen 70 % unseres Stromnetzes unterirdisch. Dazu gesellt sich die kontinuierliche und präzise Überwachung der Infrastrukturen mit der Aufrechterhaltung deren Sicherheit. Auch in schwierigen Situationen, wie dem heftigen Unwetter, das Südtirol Ende Oktober 2018 getroffen hatte und aufgrund derer 50.000 Abnehmer isoliert blieben, gelang es Alperia, die Versorgung in kurzer Zeit wiederherzustellen. Dabei wurden weder dauerhafte Schäden an den Anlagen noch Unfälle bei den Mitarbeitern verzeichnet, die stets aus- und weitergebildet werden, um auch die problematischsten Situationen zu meistern.

Im Februar 2018 gründeten wir Alperia Bartucci, indem wir 60 % der Anteile an Bartucci S.p.A. übernahmen. Damit nahmen wir Tätigkeiten für Energie-Audits und die Steigerung der Energieeffi­zienz auf und bieten unseren Kunden EPC-Verträge (Energy Performance Contract) und geben den Unternehmen die Möglichkeit, dank der besten Technologien auf dem Markt effizientere Systeme zu implementieren. Die anfänglichen Investitionen übernimmt Alperia Bartucci, und die Rentabili­tät erfolgt nur durch die tatsächlich erzielten Einsparungen. 2018 wurden 21 Projekte im EPC-Mo­dus realisiert. Damit wurden 4.661 RöE (Tonnen Rohöläquivalent) gespart.

Dies sind nur einige der Maßnahmen, die Alperia im Lauf des Jahres mit dem Ziel umsetzte, aktiv zur Durchführung des Klimaplans 2050 der Autonomen Provinz Bozen beizutragen. Dies erfolgt durch die Reduzierung der durch unsere Tätigkeit und die unserer Kunden erzeugten Emissionen und durch das Angebot an nachhaltiger Energie, nachhaltigen Dienstleistungen und nachhaltiger Wärme, wie auch die Investitionen zur Erweiterung der Fernwärme beweisen. Bei all dem ist und bleibt die Wasserkraft die tragende Säule unserer Tätigkeit: 2018 produzierte Alperia rund 4 TWh Energie aus Wasserkraft, mit einer Steigerung von 18 % gegenüber 2017.

"Wir haben Alperia Green Gas auf den Markt gebracht, ein kli­maneutrales Gas, das von der renommierten unabhängigen Prüfstelle TÜV NORD zertifiziert ist und wir investieren in Innovation, Forschung und Entwicklung, um Südtirol zu einer Smart Region zu machen”


Johann Wohlfarter, Generaldirektor Alperia AG

Gemeinsam Innovationen anstreben

Südtirol mit Energie zu versorgen bedeutet für Alperia, an die Zukunft zu denken und einen Hori­zont zu identifizieren, der zunehmend nachhaltig, smart und effizient ausgerichtet sein muss. Dafür halten wir es für ausschlaggebend, in Forschung und Entwicklung zu investieren. Nur die Un­ternehmen, die an Innovation glauben, können mit der Zeit Schritt halten, und dieser sogar voraus sein. Mit unserem Innovation Board, einer Arbeitsgruppe, die aus Mitarbeitern verschiedener Busi­ness Units und Abteilungen besteht, fördern wir einen multidisziplinären Ansatz, was Innovationen betrifft, mit einem entsprechenden Budget, das im Jahr 2018 mehr als 346.000 Euro betrug. Dies ist Teil des Gesamtbetrags von rund 1.056.716 Euro, der in Forschung und Entwicklung investiert wurde. Die Gruppe arbeitete an der Entwicklung von neun innovativen Ideen, mit dem Ziel Mehr­wert für das Unternehmen, das Land und den Kunden zu erzielen. Ebenfalls 2018 lancierten wir die Alperia Startup Factory, um neue Unternehmen im Energiebereich zu fördern, trieben innovative Projekte wie Smart Land und Smart Edyna voran, führten die Erweiterung unseres Glasfasernet­zes fort und setzten uns das ehrgeizige Ziel, aktiv die verteilte Stromproduktion zu fördern und dabei auch auf die Gründung und Verbreitung der Energiegemeinschaften zu setzen. Beispielhaft in diesem Sinne ist das Regalgrid-Projekt, das im NOI Techpark in Bozen entwickelt wurde.

Zudem machten wir eine Umfrage über die Smart Citys bei Privatpersonen und Unternehmen, um gemeinsam die Handlungsprioritäten zu identifizieren. Zu den am meisten gefragten Bereichen gehören Elektromobilität, Energieeffizienz und Digitalisierung der Tätigkeiten.

Im Dialog mit unseren Kunden

Alperia beliefert 297.716 Kunden mit Strom, Erdgas und Fernwärme. Dazu gehören Haushalte, große und kleine Unternehmen sowie öffentliche Einrichtungen. Gegenüber 2017 stieg die Zahl um 15 %. Bei diesen Zahlen handelt es sich in erster Linie um Personen, mit denen Alperia pünktlich, transparent und kundennah kommunizieren will. Dafür eröffneten wir einen neuen Energy Point im Territorium und hielten beim Kundenservice ein hohes Leistungsniveau aufrecht: Wir beantworteten 97 % der monatlich eingegangenen Anrufe und lösten Beschwerden innerhalb von maximal 10 Tagen gegenüber den gemäß den Rechtsvorschriften vorgesehenen 40 Tagen. Das Ergebnis unseres Engagements bestätigen die Kunden, von denen 87 % mit dem erhaltenen Service äußerst zufrieden sind. Damit auch diejenigen, die noch nicht unsere Kunden sind, uns besser kennenlernen, haben wir erneut „Tage der offenen Tür“ veranstaltet, in deren Rahmen Erwachsene und Kinder unsere Kraftwerke besuchen konnten. Dies geschah mit einem Augenmerk auf die Nachhaltigkeit, indem wir diese Events als „Going Green Event“ zertifizieren ließen. Diese Anerkennung wird vom Amt für Abfallwirtschaft der Autonomen Provinz Bozen nur dann erteilt, wenn Programmierung, Organisation und Durchführung der Veranstaltungen nach nachhaltigen Kriterien erfolgen.

Ein eingespieltes Team

Die Alperia Gruppe beschäftigt 991 Mitarbeiter. Diese sind in allen Bereichen der Energiebranche tätig, und wir sind bestrebt, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein und den Zufriedenheitsgrad unserer Mitarbeiter zu erhöhen. Dafür haben wir einige Gewerkschaftsvereinbarungen harmonisiert und die Mitarbeiter im Rahmen der Kommunikationstage miteinbezogen.

Wir wissen, dass der Gender Gap eine großer Herausforderung darstellt: Gegenwärtig sind 21 % der Mitarbeiter Frauen, aber wir sind bestrebt, das zu ändern, und werden die Maßnahmen verstärken, die sich an junge Frauen wenden und dazu dienen sollen, sie für Technologie, Infor­matik und das Ingenieurwesen zu begeistern. 39 % der Beschäftigten der Gruppe sind älter als 51 Jahre. Das bedeutet, dass in den kommenden Jahren eine große Zahl an erfahrenen und qualifi­zierten Mitarbeitern in den Ruhestand gehen wird. Deswegen entwickeln wir ein High Potential Program zur Aufwertung der Mitarbeiter und zur Förderung von Fertigkeiten und Kompetenzen.

Wie Sie in diesem Dokument lesen werden, wurde bereits viel unternommen und viel muss noch getan werden. Alperia ist bereit, seine Reise im Namen der Nachhaltigkeit fortzusetzen und Süd­tirol eine Zukunft zu schenken, die reich an sauberer, intelligenter und erneuerbarer Energie ist.

Mauro Marchi,
Aufsichtsratsvorsitzender
Alperia SpA

Wolfram Sparber,
Vorstandsvorsitzender
Alperia SpA

Johann Wohlfarter,
Generaldirektor
Alperia SpA