Green Bond

Im Juni 2016 beschloss die Alperia AG die Einrichtung eines Euro Medium Term Note Programms (EMTN-Programm) bis zu einem Gesamtbetrag von 600 Mio. Euro. Im Zeitraum zwischen Juni 2016 und Oktober 2017 emittierte das Unternehmen im Rahmen des EMTN-Programms vier Tranchen mit einem Gesamtnennbetrag von 475 Mio. Euro, die bei qualifizierten Privatinvestoren aus Italien und dem Ausland platziert und an der irischen Börse notiert wurden. Im Oktober 2017 platzierte Alperia einen Green Bond über einen Gesamtbetrag von 100 Mio. Euro mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einer Verzinsung von 2,20 % (entsprechend der von Staatsanleihen mit derselben Laufzeit) auf dem Markt, der einem institutionellen Investor aus Norwegen vorbehalten ist. Diese Emission stellt die vierte Tranche des EMTN-Programms von Alperia dar – in Italien erstmals in norwegischer Währung ausgegeben. Damit wurde die Marktpräsenz des Emittenten auf dem europäischen Kapitalmarkt konsolidiert. 2018 wurden neue Green Bonds ausgegeben. Alperia setzt die Erträge aus dem Green Bond für folgende Zwecke ein:

1. Refinanzierung der Schulden aus Investitionen für den Neuerwerb zur Erweiterung des Portfolios durch:

  • Wasserkraftwerke in Norditalien: 249 MW, die rund 0,9 TWh/Jahr an Energie erzeugen. Eine entsprechende Menge konventionell erzeugter Energie hätte zu jährlichen Schadstoffemissionen von 0,76 Mio. Tonnen CO2 bei Kohlekraftwerken oder zu 0,33 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr bei Erdgasanlagen geführt (Kombi-Kreislauf).
  •  Photovoltaikanlagen in Mittelitalien: 1 Anlage zu insgesamt 4,3 MW installierte Leistung, die rund 4,4 GWh/Jahr an Energie erzeugt. Eine entsprechende Menge konventionell erzeugter Energie hätte zu jährlichen Schadstoffemissionen von 3,74 Mio. Tonnen CO2 bei Kohlekraftwerken oder zu 1,62 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr bei Erdgasanlagen geführt (Kombi-Kreislauf).
  • Biomassekraftwerk (Hackschnitzel) in Norditalien: 1 Anlage zu 9,5 MW installierter Leistung, die rund 20 GWh/Jahr an Energie erzeugt. Diese Anlage ersetzt sämtliche ölbefeuerten Heizkesselanlagen zum Beheizen von Privathaushalten mit derselben Leistung. Gemäß der durch das EMAS (Eco Management and Audit Scheme – Ökologisches Management- und Auditsystem der Europäischen Union) geprüften und genehmigten Erklärung bedeutet dies im Fall dieser Anlage, dass im Vergleich zum ölbefeuerten Heizsystem jährlich etwa 510.000 t an ausgestoßenem CO2 eingespart werden.

2019 kann der Green  Bond zur Refinanzierung des Biomasse-Kraftwerks (Pflanzenöl) in Sardinien genutzt werden: 36,5 MW, die rund 258 TWh/Jahr an Energie erzeugen. Gemäß dem vom italienischen Institut für Umweltforschung ISPRA (Istituto Superiore per la Ricerca Ambientale) veröffentlichten Bericht ist der schädliche Umwelteinfluss durch Biomasseverbrennung von Pflanzenölen praktisch null, was die CO2-Emissionen angeht. Eine entsprechende Menge konventionell erzeugter Energie hätte zu jährlichen Schadstoffemissionen von 0,22 Mio. Tonnen CO2 bei Kohlekraftwerken oder zu 0,1 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr bei Erdgasanlagen geführt (Kombi-Kreislauf).

2. Refinanzierung der Schulden durch den Erwerb eines Abschnitts des Stromnetzes von einem anderen Netzanbieter für den Vertrieb auf dem Territorium, das von der Gesellschaft in Norditalien bedient wird.

Diese Investitionen ermöglichten den Anschluss von 265 Energieerzeugungsanlagen aus erneuerbaren Energiequellen (Wasserkraft, Photovoltaik, Biomasse) mit einer Gesamtleistung von 51 MW und einer durchschnittlichen Jahresproduktion von 91,5 GWh und vermeiden den Ausstoß von 32.000 Tonnen CO2 in die Umwelt.

3. Finanzierung der Modernisierung der Wasserkraftwerke und des Stromnetzes, die auch 2019 fortgesetzt wird.

Diese Investitionen ermöglichen

  • eine deutliche Verringerung der Netzausfälle und steigern die Effizienz des gesamten Strom-Managementsystems;
  • die Steigerung des technischen Niveaus des Netzes, indem verschiedene Geräte für „intelligente“ Lösungen zur Optimierung des Energieflusses im Netz und zur Minimierung des weiteren Netzausbaus eingeführt wurden;
  • die Erhöhung der Energieerzeugung aus Wasserkraft dank einer Effizienzsteigerung der Anlageninfrastruktur.

Alperia beauftragte DNV GL Business Assurance Italia S.r.l. mit einer Bewertung der Eignung des Green Bond. Die Beurteilung von DNV GL beschränkt sich auf die Green Bond Principles 2017. Im Verlauf der Bewertung zog DNV GL auch die Anforderungen des Climate Bond in der Version 2.1 hinzu. Zum Zeitpunkt der Bewertung standen dem Emittenten jedoch keinerlei technische Kriterien für Wasserkraft zur Verfügung.
Die Finanzzeitschrift CFI.co (Capital Finance International) hat den Green Bond von Alperia in die Shortlist der „Best clean energy green bond issue Europe 2018“ aufgenommen. Dabei handelt es sich um eine Anerkennung, mit welcher CFI.co die Unternehmen auszeichnet, die dazu beigetragen haben Best Practices im wirtschaftlichen und ethischen Bereich umzusetzen. 

Übersicht über die Green-Bond-Emissionen

TrancheEmissions-datumLaufzeitendeBetrag (EUR)Platzierter 
Betrag (EUR)
% des platzierten Betrags (Ende 2018)Zur Refinanzierung eingesetzter %Für neue Projekte eingesetzter %Beschreibung des Projekts
1.Juni 2016Juny 2023
(7 jahre)
100.000.000100.000.000100%100%0%Refinanzierung der Schulden für den Neuerwerb zur Erweiterung des Wasserkraftwerk-Portfolios in Norditalien
2.Juny 2016Juny 2024
(8 jahre)
125.000.000125.000.000100%100%0%Refinanzierung der Schulden für den Neuerwerb zur Erweiterung des Wasserkraftwerk-Portfolios in Norditalien
3.Dezember 2016Dezember 2026
(10 jahre)
150.000.000150.000.000100%100%0%Refinanzierung der Schulden für den Neuerwerb zur Erweiterung des Wasserkraftwerk-Portfolios in Norditalien
4.Oktober 2017Oktober 2027
(10 jahrei)
100.000.00083.140.52683%54%29%s.u.
davon:18.793.436Refinanzierung der Schulden aus Investitionen für den Neuerwerb zur Erweiterung des Wasserkraftwerk- und Photovoltaik-Portfolios in Norditalien
35.480.450Refinanzierung der Schulden für den Erwerb eines Stromnetzabschnitts in Norditalien
28.866.640Finanzierung der Modernisierung der Wasserkraftwerke und des Stromnetzes